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Ein Zeichen gegen das Vergessen – Dass Auschwitz nie wieder sei!

Ein Zeichen gegen das Vergessen – Dass Auschwitz nie wieder sei!

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung Auschwitz durch die Alliierten zum 72. Mal. Doch was bedeutet das für uns? Ich mein – es ist ja nun schon ziemlich lange her und eigentlich ist es die Befreiung positiv. Damit wurde ein dunkles Kapitel quasi beendet. Es lohnt sich also gar nicht mehr darüber zu reden.

Oder doch? Diese und viele weitere Fragen, die die Gedenkkultur betreffen, fragten sich auch einige weitere junge Menschen, bspw. vom DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) und organisierten daraufhin mit weiteren Jugendorganisationen aus Deutschland, Österreich und Israel eine Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz. Über 1000 Jugendliche fuhren vor 2 Jahren zum 70. Jubiläumsjahr nach Krakau und beschäftigten sich eine knappe Woche mit dem Thema Auschwitz, Befreiung und Gedenken.

Das Thema beschäftigt auch weiterhin. In unserer „INTERNATIONALISMUS“-Ausgabe der ANDERS haben wir Lukas, einen oberpfälzer Juso, zu Wort kommen lassen. Und jetzt – knapp zwei Jahre später – dürfen wir uns über einen Gastbeitrag der NaturFreunde freuen. Sie waren auch bei der Fahrt dabei und haben darüber berichtet.

Wer sind nun die NaturFreunde?

Janina, unsere Gastautorin beschreibt die Organisation so: „Die NaturFreunde sind eine Umweltorganisation, die sich für sanften Tourismus und ein nachhaltiges Leben engagiert. Wir versuchen, den Menschen die Natur ein Stückchen näher zu bringen, damit sie erfahren, wie schützenswert unsere Erde ist. Für mehr Infos, seht euch dieses kurze Video an:  https://youtube.com/watch?v=vkqgXWVSiSw

Außerdem organisieren die NaturFreunde Freizeiten, auf denen Kindern die Natur näher gebracht werden sollen, Ihnen ermöglichen, sie zu erleben und schätzen zu lernen. Doch das ist nicht alles – sie engagieren sich politisch, vor allem gegen TTIP, Ceta und Anti-Nazi-Demos.

Wessen Interesse nun also geweckt ist, kann sich gerne unter http://www.naturfreundejugend.de/ über die Jugend der Organisation informieren und Kontakt knüpfen.

Theresa

Ein Zeichen gegen das Vergessen – Dass Auschwitz nie wieder sei!

Bündnisfahrt anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz. Wir waren dabei!

5 Tage. 1 Stadt. 1000 Menschen. Die Gedenkstättenfahrt des Bündnisses „Dass Auschwitz nie wieder sei!“, ausgeschrieben vom Deutschen Gewerkschaftsbund und begleitet von uns NaturFreunden und zahlreichen anderen Jugendverbänden war keine kleine Veranstaltung. Flo, Jakob und ich haben in Krakau und Oświęcim so einiges erlebt:

Nach einer langen Reise treffen wir in Krakau, einer wunderschönen Stadt ein, dessen jüdisches Viertel Kazimierz wir noch am selben Abend erkunden. Auch unser Motel ist dort gelegen, die Teilnehmer der Reise sind über die gesamte Stadt verteilt.

Bereits am Donnerstag starten wir mit dem Auschwitz-Stammlager in den inhaltlichen Teil. Andächtig betritt unsere Gruppe unter dem metallenen Schriftzug „Arbeit macht frei“ das KZ-Gelände. Die sanft im Wind wiegenden Bäume bilden eine Allee zwischen den geradlinigen, roten Ziegelsteinbaracken und nehmen den Kasernen augenscheinlich den Schrecken, der hier stattgefunden hat. Erst, als wir sie betreten und Teile der Effektenkammern, in denen die Wertsachen der Deportierten lagerten zu Gesicht bekommen, können wir annähernd erahnen, welches Ausmaß die Vernichtung hier angenommen hat. Wir passieren lange Gänge, gesäumt von Kofferstapeln, Haar- und Schuhbergen und versuchen zu begreifen, was der Verstand nicht erfassen kann. Über die Gaskammern und Verbrennungsöfen gelangen wir in die gefürchtete Baracke 11, in der Todesurteile gefällt und vollstreckt wurden. Den Kellerräumen wieder zu entfliehen lässt uns aufatmen und wir machen uns auf den Weg ins Außenlager Birkenau.

Die Schienen der Deportationszüge führen schnurgerade durch das Haupttor der kilometerlangen Anlage. Auf der langen Rampe, auf welcher die Häftlinge aussteigen mussten gehen wir den Weg eines*einer Deportierten in Richtung Gaskammern am anderen Ende des Konzentrationslagers. Harscher Wind weht über das weitläufige Feld, auf dem teils noch Baracken, teils nur noch Mauerreste ihn zurückhalten. Unfassbar, wie viele Menschen hier „gelebt“ haben sollen. Wie gigantische Mahnmahle stehen die Ruinen der Gaskammern von Birkenau, die für den Tod von 1,5 Mio. Deportierten verantwortlich sind, gesprengt zur Vertuschung dieser Vernichtung kurz vor Kriegsende. Unser Weg führt uns weiter in die Baracken, wo wir versuchen, uns das alltägliche Leben der Häftlinge vorzustellen. Als wir Birkenau verlassen, gehen wir den langen Weg zurück, den so viele nicht gehen durften. Zurück in Krakau trifft sich die NaturFreunde Jugend im jüdischen Viertel zum gemeinsamen abendlichen Austausch.

Am Freitagvormittag steht der Besuch der ehemaligen Fabrik Oskar Schindlers auf dem Plan, welcher uns in einer medial aufgearbeiteten Ausstellung den Weg von den Anfängen der Judenverfolgung in Polen bis hin zur Massenvernichtung, schließlich das Leben und Wirken Schindlers nahe bringt. Am Nachmittag findet auf dem großen Platz in Birkenau die Gedenkzeremonie statt. 1000 junge Menschen stehen totenstill, als die Israelische Abordnung beginnt, auf Hebräisch zu singen. Später legen wir in Gedenken an die Toten Blumen nieder, bevor wir uns auf den Rückweg machen.

Unseren letzten Tag in Oświęcim verbrachten wir in höchst interessanten Workshops rund um Themen wie Nationalsozialismus, Homosexuellenverfolgung, Shoa, etc. aber auch die Möglichkeit eines Besuches des Außenlagers Monowitz, eine Stadtführung durch das heutige Auschwitz oder ein Zeitzeugengespräch mit der heute über 90-Jährigen Esther Bejarano waren geboten. Letztere erzählte mit Detailreichtum und Ausdauer von ihrer Deportation und stand anschließend den Fragen der rund 500 gespannten Zuhörer*innen Rede und Antwort. Die charismatische kleine Frau, die uns beeindruckende und zugleich erschreckende Geschichten im Gedächtnis hinterließ verabschiedete sich herzlich und wünschte uns auf unseren zukünftigen Wegen alles Gute.

Bevor wir am Samstagmorgen müde und gedankenverloren den Heimweg antraten, wurde das Ende der Reise mit viel Tanz, guten Gesprächen und neuen Bekanntschaften am Abschlussabend gefeiert.

Janina

janina

Unsere Gastautorin Janina war zum Zeitpunkt der Fahrt 17 Jahre alt. Bei den NaturFreunden ist sie vor allem in der Landesjugendleitung aktiv. Sie versucht in Seminaren und Workshops Jugendlichen ein nachhaltiges und umweltfreundliches Leben zu zeigen.

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