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Feminismus

Equal Pay – vergleichen wir Äpfel mit Birnen?

Equal Pay – vergleichen wir Äpfel mit Birnen?

Dass Frauen in Deutschland deutlich weniger als Männer verdienen, ist für die meisten nichts Neues. Auch die Höhe der unbereinigten Geschlechterlohnlücke (21%) und der bereinigten Geschlechterlohnlücke (7%) sind häufig zu lesen. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich?

Die unbereinigte Geschlechterlohnlücke gibt die gesamten Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen an. Wer mit dieser Zahl argumentiert, sieht sich aber schnell mit dem Vorwurf konfrontiert, Äpfel mit Birnen oder Erzieherinnen in Teilzeit mit Ingenieuren in Vollzeit zu vergleichen. Unterschiedliche Bildungsabschlüsse, Berufserfahrung, der Beschäftigungsumfang und Unterschiede zwischen Branchen und Berufsgruppen lassen sich statistisch herausrechnen – und führen zur deutlich niedrigeren bereinigten Geschlechterlohnlücke. Sieben Prozent beträgt der Unterschied, der sich nicht erklären lässt und auf den sich große Teile der Anstrengungen zur Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsmarkt konzentrieren.

Wie wird die bereinigte Geschlechterlohnlücke angegangen?

In diese Kerbe schlägt das geplante Gesetz für Lohngerechtigkeit von Familienministerin Manuela Schwesig. Durch mehr Transparenz soll Diskriminierung aufgedeckt werden. Arbeitnehmerinnen sollen einen Anspruch darauf erhalten, als Vergleichsgröße zum eigenen Gehalt das Durchschnittsgehalt vergleichbarer männlicher Kollegen zu erfahren. Der Mindestlohn trägt bisher schon dazu bei, extreme Ungleichheiten zwischen Branchen und zwischen Kollegen zu verringern, ohne auf die Gründe einer Ungleichbezahlung einzugehen. Bisher gibt es wenige Ansatzpunkte, auf konkrete Gründe der Einkommensunterschiede einzugehen. Es fehlt an empirischer Forschung, die die Gründe für die bereinigte Geschlechterlohnlücke zweifelsfrei aufdeckt. Sie ist der unerklärbare Rest der Gehaltsunterschiede, der auf Diskriminierung zurückgeführt wird.

Und was ist mit den restlichen 14 Prozent?

Die Gründe für die restlichen Gehaltsunterschiede sind bekannt. Aber sind sie gerechtfertigt, wenn man weiß, wie sie sich zusammensetzen? Würden Frauen und Männer gleichermaßen ihre Erwerbsentscheidungen unabhängig von vorgeschalteter Diskriminierung und gesellschaftliche Zwänge treffen, könnte man das so sagen. Die systematischen Unterschiede sind aber eindeutig. Dass Frauen nicht die gleichen Aufstiegschancen wie Männer haben, dass soziale Berufe deutlich schlechter entlohnt werden und dass Frauen bei der Familienplanung deutlich häufiger beruflich zurückstecken als Männer sind Ungerechtigkeiten, die bekämpft werden müssen. Hier setzen wir Jusos an. Im Alltag und an Veranstaltungen wie dem Equal-Pay-Day wollen wir Leute für dieses Thema sensibilisieren und in unserer politischen Arbeit versuchen wir, Probleme direkt anzupacken.

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