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Feminismus

Kritik des Feminismus oder „Was mich nervt!“

Kritik des Feminismus oder „Was mich nervt!“

Ich bin Feministin. Und darauf stolz.

Ich setze mich unglaublich gerne für Frauenpolitik und Gleichstellung ein. Ich versuche gerne, Leute in meinem Umfeld davon zu überzeugen, geschlechtergerechte Sprache zu benutzen und traditionelle Rollenbilder zu überdenken.

Trotzdem gibt es einige Dinge die mich stören, da Feminismus nicht gleich Feminismus ist!

1) Mich nervt, dass beim Thema Feminismus in der öffentlichen Diskussion meist nur über Ampelfrauen, Unisex-Toiletten und Unterstrich oder Sternchen* gestritten wird. Es geht nicht darum nur Toilettenschilder auszutauschen – es muss sich die Gesellschaft immer noch grundsätzlich ändern: Es muss endlich Fortschritte hinsichtlich der gleichen Bezahlung (equal pay) und der leider noch immer vorherrschenden weiblichen Altersarmut (equal pension) geben, mehr Frauen in Führungspositionen und veraltete Stereotype und Sexismus müssen überwunden werden.

2) Mich nervt, dass Feminismus leider ein negativ konnotierter, Defizit orientierter Begriff ist und vor allem als solcher wahrgenommen und gesehen wird. Manche meinen daher Feminismus sei scheiße, weil den sowieso nur schwache Frauen bräuchten und meinen, dass wahre Kämpferinnen eh alles schaffen könnten und eine Quote da eher ein Hindernis als ein Hilfsmittel sei. Ich will einen positiv verstandenen Feminismusbegriff, von dem alle profitieren und hinter den man sich stellen kann ohne das Gefühl zu haben schwach zu sein.

3) Mich nervt das Opfer-Rollen-Gehabe mancher. Was ich damit meine: Wenn etwas schiefläuft und wir aufgrund unseres Geschlechts schlecht behandelt werden, ist das scheiße. Aber wir verlieren uns doch nicht in unserer Opferrolle und vergessen alle anderen Themen bzw. fordern nur Dinge und konzentrieren uns nur auf Sachen die mit unserer persönlichen Geschichte und unserer erlebten Diskriminierung zu tun haben. Feminismus ist mehr als eine individuelle Verarbeitung von Erlebnissen. Feminismus ist ein politischer Begriff und deswegen kämpft man nicht nur für sich, sondern für alle.

4) Mich nervt, dass sobald es um Feminismus geht, meist nur Frauen reden und Männer sich zurückziehen. Geschlechtergleichheit geht alle etwas an! Auch Männer können/sollen Feministen sein.

5) Und was mich noch nervt: Ich kann Feministin sein und trotzdem die Farbe Pink mögen, gerne Shoppen gehen und mir mal einen Drink ausgeben lassen. Ich bin deswegen keine schlechte Feministin oder verrate die feministische Sache!

*Unterstrich und Sternchen sind verschiedene Arten des Genderns in der Schriftsprache

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