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der springende punkt.

Die Fassade bröckelt

Die Fassade bröckelt

Wie rechtfertigen wir die Ungleichheit in unserer Gesellschaft?

Seit Jahrzehnten berufen sich die Reichsten unter uns auf ihren Beitrag zum Wohle aller. Diese Überzeugung reicht sogar soweit, dass sie vermeintlich noch reicher sein müssten, damit die Welt noch mehr von Ihnen haben könnte. Ohne Frage sind diese Vorstellungen weit hergeholt. Wie weit, das hat uns die Coronakrise abermals verdeutlicht.

Corona kam und die Wirtschaft ging ins Homeoffice. Gefordert wie nie zuvor blieben unter anderem Pfleger*innen, Rettungskräfte, Reinigungskräfte, Mitarbeiter*innen in

Supermärkten, von Lieferdiensten, im ÖPNV, in Apotheken und in Arztpraxen zurück. Systemrelevante Berufe können nicht pausieren, – ohne sie geht es nicht weiter. Jede*r weiß das, jede*r sagt das, Applaus hätten sie verdient. Wohl kaum einer würde noch in Frage stellen, was diese Menschen für einen Beitrag zu unser aller Wohl leisten. Die Illusion, Reichtum hinge von Leistung ab, ist Geschichte. Rechtfertigung für diese Ungleichheit gab es noch nie, doch allerspätestens jetzt sollte auch mit der Akzeptanz dieser Ungleichheit Schluss sein.

Doch wo bleiben die Konsequenzen? Wann steigen die Löhne? Wann beginnen wir endlich, Vermögen umzuverteilen, um Allen etwas von unserem Reichtum abzugeben?

Der öffentliche Dienst streikt. Schnell werden Rufe laut: Warum muss das ausgerechnet jetzt sein? Warum in der Krise? Die Antwort ist ganz einfach: Es ist Zeit, den Finger in die Wunde zu legen, um auch den Letzten unter uns endlich wachzurütteln – auch wenn es ein schmerzhaftes Erwachen wird. Es ist an der Zeit, diese Ungerechtigkeiten in unserem System aufzuzeigen. Durch zahlreiche

Streiks wurden Lohnerhöhungen, Verlängerung der Urlaubszeiten, sogar Verkürzungen der Arbeitszeit erreicht. Damit dürfen wir uns aber nicht zufriedengeben. Was wir brauchen ist ein gesamtgesellschaftliches Umdenken!

Die Corona-Pandemie ist eine schreckliche und harte Krise. Niemand wünscht sich ein solches Ereignis. Doch die Krise und ihre schweren Folgen sind Realität. Lasst uns also auch die Chancen nutzen, die sie uns bietet.

Nicht nur die Wirtschaft soll sich erholen und neu starten. Es ist Zeit, über einen Umbruch zu sprechen. Die Debatten rund um die Krise dürfen nicht nur von Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie dominiert werden, sondern müssen gefüllt werden mit den Fragen nach einer Corona-Abgabe, der Einführung einer Vermögenssteuer, der Umverteilung von Vermögen, fairer Entlohnung, tatsächlicher Gleichheit im Bildungssystem und so vielen weiteren Dingen.

Wir Jusos sind bereit diese Fragen zu stellen und die nötigen Debatten zu führen. Die Fassade des uneingeschränkten Kapitalismus und der unbeschreiblichen Ungleichheit bröckelt.

Lasst uns aufstehen und sie einreißen!

 

Aus „Der springende Punkt“ November 2020 – von Leon Helmreich

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