Share This Post

der springende punkt.

Die Jusos im Gespräch mit dem BDKJ

Die Jusos im Gespräch mit dem BDKJ

Wir wollen unsere Artikel nutzen, um ein Licht auf die verschiedenen engagierten Jugendorganisationen in der Stadt zu werfen. Gerade auch solche, die nicht klassisch Teil unserer „SPD-Bubble“ sind. Ihnen wollen wir die Aufmerksamkeit geben, die sie für ihr Engagement verdienen. In der vorletzten Ausgabe des dsp sind wir in dieses Projekt mit einem Interview mit Eren Taskin von der Stadt-SMV gestartet. Diesmal soll es mit dem BDKJ („Bund der Deutschen Katholischen Jugend“) weitergehen. Dazu hat sich unser Geschäftsführer Leon Seeberger mit dem Vorstand des BDKJ Nürnberg Daniel Röhrer unterhalten.

Hallo, kannst du uns zum Einstieg vielleicht einmal kurz erklären, wer der BDKJ überhaupt ist, und was ihr so macht?

Der BDKJ ist der Dachverband der katholischen Jugend in Deutschland. Er untergliedert sich in eine Bundes- und Landesebene, als quasi „katholisches Special“ die Diözesanebene für das Bistum, und dann die kommunalen Ebenen wie hier den BDKJ Nürnberg, dessen Vorstand ich bin. Unsere Mitglieder sind die verschiedenen katholischen Jugendorganisationen, wie z.B. die Pfadfinder. Als Dachverband vertreten wir diese Mitglieder im KJR, im Jugendhilfeausschuss und auch gegenüber Vertreter*innen der Kommunalpolitik. In dem Bereich nehmen wir also politische Vertretungsaufgaben wahr.

Inwiefern leistet ihr denn politische Jugendarbeit?

Vor allem durch politische Aktionen, wir rufen z.B. zu Wahlen auf. Dann haben wir 2019 ein Europaprojekt mit Workshops veranstaltet, um jungen Meschen zu zeigen, wieso Europa eine coole Sache ist. Außerdem gab es dieses Jahr ein Projekt gegen Rechtsextremismus. Das wurde von der Diözesanebene Bamberg aus initiiert, und wir als Nürnberger Stadtverband haben es dann mitveranstaltet. Auch da gab es Workshops für Jugendgruppen, es ging um den Umgang mit rechtem Gedankengut. Dazu haben wir in Nürnberg dann noch eine politische Diskussion mit u.a. Arif Taşdelen von der SPD veranstaltet, die im Internet gestreamt wurde. Da wurde dann darüber diskutiert, welchen Einfluss rechte Kreise und gerade die AfD auf die Jugend und Jugendarbeit haben, und wie man sich dagegenstellen kann.

Dementsprechend sind wir übrigens auch Mitglied der Allianz gegen Rechtsextremismus.

Der BDKJ hat ja den Glaubensbezug ja schon im Namen, welche Rolle spielt Religion in eurem Verband?

Die spielt natürlich eine Rolle – deswegen nennt es sich katholische Jugend. Es ist aber nicht so, dass man katholisch sein müsste, um in einem unserer Verbände Mitglied zu sein. Da kann man sein was immer man will. Wir selbst vertreten aber christliche Werte, wie vor allem die Nächstenliebe. Und natürlich gibt es auch spirituelle Angebote, die christlich-katholischer Natur sind.

Eine aktuelle politisch-religiöse-Diskussion ist die Segnung homosexueller Paare – was ist denn die Position des BDKJ dazu und bringt er sich in diesen Streit selbst ein?

Ja, da bringt sich der BDKJ sehr aktiv ein. Auf Bundesebene lobbyieren wir sehr stark für diese Segnungen. Es ist auch seit Jahren Beschlusslage des BDKJ, dass Pfarrer homosexuelle Paare segnen dürfen sollen. Alles andere macht auch wenig Sinn, bei den Fahrzeugsegnung werden jedes Jahr reihenweise Bobbycars gesegnet – da ist es für mich dann auch nicht nachvollziehbar, warum man Menschen nicht segnen dürfen sollte, nur weil sie einen anderen Menschen lieben.

Danke für die spannenden Antworten! Zum Abschluss eine letzte Frage: Was wünscht sich der BDKJ Nürnberg von der Stadtpolitik? Der BDKJ Nürnberg wünscht sich vor allem, dass die Stadtpolitik wahrnimmt, wie viel Jugendarbeit außerhalb des schulischen Systems leistet. Gar nicht speziell der BDKJ, sondern alle beteiligten Verbände. Das sind ehrenamtlich Aktive, die da auf ihren Freizeiten junge Menschen betreuen und weiterbilden. Mit dem bisschen Geld das sie bekommen, stellen sie riesige Aktionen wie Zeltlager, Workshops, oder andere Weiterbildungsangebote auf die Beine. Dass diese Leistung etwas mehr anerkannt und honoriert wird, das würden wir uns wünschen.

Aus „Der springende Punkt“ Juni 2021 – von Leon Seeberger

Share This Post

Lost Password

Register